Das verteilte Buchenbrennholz muß  bis zum 31. Mai 2002 abgefahren werden, ansonsten geht dieses Holz in den Besitz der Gemeinde AMEL zurück

 
Gemeinde-Info

Ausgabe 5 – Mai 2002                                                                                             

 

 

Inhalt : Die Ameler Waldungen, Einschränkung von Ballveranstaltungen, Mitteilungen aus der Gemeinde und Aufwertung der Ortschaft DEIDENBERG durch Verkehrsverein

 

DIE AMELER GEMEINDEWALDUNGEN

 

Bald wird Amel als eine der ersten Gemeinden in der Wallonischen Region über einen Forsteinrichtungsplan verfügen, der nach Fertigstellung noch vom Gemeinderat angenommen werden muss. Autor des Forsteinrichtungsplanes ist Forstingenieur Hubert Rotheudt von der Direktion Malmedy unter Mitwirkung der Forstamtsleiter von Büllingen und St.Vith. Ziel des Forsteinrichtungsplanes ist es, eine umfassende Bestandsaufnahme vorzunehmen, um eine optimalere Bewirtschaftung zu erzielen.

 

Erste Ergebnisse des Forsteinrichtungsplanes sind den Gemeinderatsmitgliedern bereits vorgestellt worden und werden nunmehr auszugsweise im Gemeindeinfoblatt veröffentlicht. Die Bestandsaufnahme hat ergeben, dass das Alter der Nadelhölzer im Gemeindewald  Amel wirtschaftlich zwar noch günstig ist, jedoch ein Überhang an alten bis sehr alten Nadelhölzern besteht (siehe auch Tabelle anbei). Erschwert wird die Situation durch die ungünstige Lage verschiedener Fichtenalthölzer. Eine rasche Endnutzung dieser Bestände würde die im Windschatten stehenden jüngeren Bestände gefährden, die immerhin auch zum Teil bereits über 70jährig sind und eine Bestandeshöhe von nahezu 30 Meter erreichen.

 

Altersklassenverteilung Nadelholz in der Gemeinde Amel

 

Altersklasse (von Pflanzjahr bis Pflanzjahr)

Fläche (ha)

1-10             (1992-2001)

312,1

11-20           (1982-1991)

172,5

21-30           (1972-1981)

273,2

31-40           (1962-1971)

337,6

41-50           (1952-1961)

231,2

51-60           (1942-1951)

116,0

61-70           (1932-1941)

318,4

71-80           (1922-1931)

319,0

81-90           (1912-1921)

154,2

91-100         (1902-1911)

162,5

101-110       (1892-1901)

133,0

111-120       (1882-1891)

  47,9

121-130       (1872-1881)

  17,0

131-140       (1862-1871)

    7,8

Unbekannt

    0,01

Gesamt

2.602,4

 

Ø Die Umtriebszeit (Zeit von der Bepflanzung bis zur Abholzung) beträgt in der Gemeinde Amel für Nadelhölzer 80 Jahre (Durchschnittswert). Die Umtriebszeit kann jedoch in einigen Fällen über oder unter diesem Wert (80 Jahre) liegen. Begründungen hierfür können waldbauliche Maßnahmen (Nachhaltigkeit, Herstellung eines ausgeglichenen Altersklassenverhältnisses, Naturverjüngung, usw.) oder ökologische Überlegungen sein, aber vor allem die unbedingte Einhaltung der Hiebsfolge (gegen die Hauptwindrichtung, d.h. von West nach Ost).

Ø Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil der Nadelholzbestände des Gemeindewaldes Amel erhebliche Qualitätsmängel aufweist, die fast ausschließlich auf vom Rotwild verursachte Schälschäden zurückzuführen sind, ist aus rein wirtschaftlichen Gründen eine niedrigere Umtriebszeit für diese Bestände ratsam: 60 Jahre. 

 

Zudem wurde festgestellt, dass die Holzqualität der Altfichten abgesehen von einzelnen Revierteilen allgemein noch gut ist, so dass mit großflächigen altersbedingten Ausfällen und Qualitätsbeeinträchtigungen vorerst nicht zu rechnen ist. Dahingegen weisen über 50% der jungen und mittelalten Nadelholzbestände erhebliche Qualitätsmängel auf, die überwiegend durch Wildschäden bedingt sind.

 

Vor diesem Hintergrund ist die Gemeinde Amel sehr daran interessiert zu wissen, welche Holzmengen und Stärkeklassen sie jährlich, bzw. binnen eines überschaubaren Zeitraumes von 10 bis 20 Jahren einschlagen kann (=Hiebsatz) und mit welchen Erträgen sie rechnen darf. Aufgrund von diesbezüglichen Berechnungen ist schließlich festgehalten worden, dass die Gemeinde Amel in den nächsten 20 Jahren mit einem Jahreshiebsatz von rund 25.228 m³ Nadelholz rechnen kann. Bezüglich der Holzproduktion bedeutet dies jedoch nicht zwingend, dass jährlich gleiche Mengen und Sorten genutzt werden sollen und können. Schwankungen bei der Holznutzung sind unvermeidbar und teilweise sogar notwendig, um das Holzangebot z.B. den Änderungen der Nachfrage und den Preistendenzen anpassen zu können. Natürlich spielt auch die Baumartenwahl eine besondere Rolle. Denn für das wirtschaftliche Resultat ist nicht nur die Volumenleistung maßgeblich. Eine wesentlich größere Rolle spielt die Wertleistung.  

 

Gemeindewaldungen sind wichtige Einnahmequelle

 

Für die Gemeinde Amel stellt der Wald eine der wichtigsten Einnahmequellen dar, weshalb der Forstwirtschaft und speziell der Wirtschaftsfunktion des Gemeindewaldes eine vorrangige Bedeutung beigemessen wird. Als wesentliche Bestandteile der wirtschaftlichen Funktion des Gemeindewaldes Amel sind zunächst die Einkünfte aus dem Holzverkauf zu nennen (rund 1 Million € jährlich) und des Weiteren die Einnahmen aus der Vermarktung der Jagd (rund 131.000 € jährlich). Doch decken die Einnahmen aus der Jagd keineswegs die Wildschäden. Aus diesem Grunde muss in Zukunft verstärkt auf die Einhaltung der Abschusspläne geachtet werden. 

 

Die Sicherung der Wirtschaftlichkeit verlangt jedenfalls, dass überall dort, wo die sozialen und ökologischen Wirkungen des Waldes dadurch nicht beeinträchtigt werden, das konkrete Betriebsziel auf das höchstmögliche Einkommen für den Gemeindehaushalt ausgerichtet wird.

 

Die Ameler Waldungen

 

 

Gemeindewald

Staatswald

Sonstige (vor allem Privatwald)

in Hektar

3.567

1.064

1.118

 

 

- Gesamtfläche der Gemeinde Amel: 12.514 ha

- Total Waldungen in der Gemeinde Amel: rund 5.749 ha

- Damit ist rund 46 % der Fläche der Gemeinde Amel bewaldet.

 

Wir beschränken uns in dieser Ausgabe auf eine Analyse der Gemeindewaldungen (3.567 ha), die sich auf die Forstämter Büllingen und St.Vith erstrecken. Nachfolgend sehen Sie eine genaue Aufschlüsselung der Gemeindewaldflächen:

 

Forstamt Büllingen    à Revier Heppenbach – Förster Erwin Wiesemes – Fläche 722 ha

(2.097 ha)                    à Revier Amel – Förster Edmund Wio – Fläche 710 ha

                                    à Revier Montenau – Förster Adolf Maraite – Fläche 664 ha

 

Forstamt St.Vith         à Revier Born – Förster Marcel Velz – Fläche 414 ha

(1.470 ha)                    à Revier Emmels – Förster Marco Henkes – Fläche 15 ha

                                    à Revier Atzerath – Förster Andreas Palm – Fläche 224 ha

                                    à Revier Meyerode – Förster Dieter Haep – Fläche 670 ha

                                    à Revier Schönberg – Förster Freddy Haas – Fläche 146 ha

 

Verteilung der Nadel- und Laubbaumarten im Gemeindewald Amel

 

Bestandesfüllung

Fläche (ha)

Prozentualer Anteil der Gesamtfläche

Nadelbaumarten

2.602,4363

  73,0 %

Laubbaumarten

  733,7613

  20,6 %

Diverse Flächen

  229,8720

    6,4 %

Gesamtfläche

3.566,0696

100,0 %

 

Ø Die Nadelhölzer füllen momentan 73,1 % der Forsteinrichtungsfläche. Die Hauptbaumart ist die Fichte.

Ø Die Laubhölzer, insbesondere Buchen, haben einen Flächenanteil von 20,6 %.

Ø Der große Anteil „Diverse Flächen“ ist darauf zurückzuführen, dass zum Beispiel Waldwiesen, nicht genutzte Flächen und vor allem noch nicht bepflanzte Kahlflächen sowie gezeichnete, aber noch nicht gefällte Nadelholzkahlhiebe dieser Kategorie zugeordnet sind.

 

Und was bringt die Zukunft?

 

In Zukunft wird sich das Baumartenverhältnis bei etwa 80 % Nadelhölzer und 20 % Laubhölzer einpendeln. Das Einbringen von mindestens 10 % Laubholz ist, rein wirtschaftlich gesehen, für die Gemeinde von hohem Interesse:

-     Beim Einbringen von Laubholz auf 10% der Fläche werden sämtliche Bestandesbegründungskosten für Gemeindewälder subsidiert.

-     Durch die weitgehende Öffnung des internationalen Holzmarktes, aber auch durch Veränderungen in der Nachfrage, haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse allgemein zugunsten des Laubholzes verändert.

Die wirtschaftlich uninteressanteste Pflanzvariante ist die Fichtenmonokultur. Ebenfalls wird deutlich, dass die Douglasie, aufgrund ihrer Holzproduktion, wirtschaftlich besser abschneidet als die Fichte. Die Douglasie bietet zusätzlich technologisch bessere Eigenschaften als die Fichte und ist außerdem nicht rotfaulgefährdet. Das verstärkte Einbringen dieser Baumart ist also nicht nur von wirtschaftlichem Interesse.

 

 

Ballveranstaltungen an gewissen Tagen verboten

 

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass an folgenden kirchlichen Feiertagen keine Ballveranstaltungen mehr auf dem Gebiet der Gemeinde Amel stattfinden dürfen:

Ø von Gründonnerstag auf Karfreitag

Ø von Karfreitag auf Ostersamstag

Ø von Allerheiligen auf Allerseelen

Ø von Heiligabend auf den 1. Weihnachtstag

 

Auch wurde festgestellt, dass viele Jugendliche erst sehr spät, meist nach Mitternacht auf Ballveranstaltungen erscheinen. Diese Situation ist sicherlich nicht durch Gemeinderatsbeschlüsse in den Griff zu bekommen. Doch ergeht eine Bitte an die Ballveranstalter und Hallenvermieter: vor 22 Uhr keinen Eintritt mehr verlangen, um somit einen kleinen Anreiz zu schaffen, dass Jugendliche bereits früher erscheinen. Sollte dieser Vorschlag bei dem ein oder anderen Ballveranstalter auf positive Resonanz stoßen, wäre dies eine tolle Sache und müsste natürlich im Rahmen der Werbung im Wochenblatt auch bekannt gemacht werden.  

 

 

Mitteilungen

 

-      Die Lokalsektion Amel des Roten Kreuzes, die Freiwillige Feuerwehr Amel und die Gemeinde Amel veranstalten am Freitag, 24. Mai 2002 einen Informationsabend über die Funktionsweise der 100-Notrufzentrale in Lüttich. Dabei werden auch Situationen angesprochen, mit denen jeder von uns konfrontiert werden kann: Wie verhalte ich mich bei einem Unfall, bei einem Hausbrand, bei einer plötzlichen schweren Erkrankung eines Familienmitgliedes, usw. Referent ist René Meesen von der 100-Zentrale in Lüttich. Veranstaltungsort ist der Sitzungssaal des Gemeindehauses. Beginn: 20 Uhr. Wir hoffen auf reges Interesse bei Jung und Alt.

 

-      Im Zuge der Polizeireform haben Polizei (Feldhüter) und Gendarmerie fusioniert. Die  Büros der neu gegründeten „lokalen Polizei“ befinden sich in Amel, Möderscheider Weg 150 (im einstigen Gendarmerie-Gebäude). Die Büros der Feldhüter in der Büllinger Str. 227 („alte Molkerei“) sind bereits geschlossen worden, ebenso das Büro des Umweltbeauftragten, der ab sofort im Gemeindehaus (Wittenhof 10) erreichbar ist. Lediglich die Büros des Regionaleinnehmers und der ÖSHZ-Sozialassistentin bleiben weiterhin in der Büllinger Str. Der Umweltbeauftragte R. Grün ist für folgende Bereiche zuständig: Abwasser, Radon und Verkauf der Mülltüten. Darüber hinaus ist er Ansprechpartner für die Viehzählung sowie für die Ausstellung der Leumundszeugnisse und Führerscheine.

 

-      Die Gemeinde Amel ist stets daran interessiert, private Waldparzellen zu kaufen, die an Gemeindewaldungen grenzen. Auch kauft die Gemeinde unerschlossenes Bauland auf. Verkaufsangebote sind an das BSK zu richten.

 

-      Regelmäßig werden die Gemeindeverantwortlichen mit der Frage konfrontiert: Wieso macht ihr nichts gegen abbruchreife Häuser, die einen unschönen Anblick hinterlassen und zudem in gewissen Fällen die öffentliche Sicherheit gefährden? Die Antwort: Anfang der 1990er Jahre hat die Gemeinde eine Steuer auf baufällige Häuser eingeführt, um eben zu erreichen, dass diese Ruinen so schnell wie möglich abgerissen bzw. restauriert werden. Doch die Provinz Lüttich entschied nur kurze Zeit später, dass nicht die Gemeinde Amel, sondern die Wallonische Region hierfür zuständig sei. Die Wallonische Region hat in der Tat zwischenzeitlich ein Gesetz („Dekret“) zur Einführung einer Steuer auf verwahrloste Wohnungen ausgearbeitet. Mit anderen Worten: Die Besitzer abbruchreifer Häuser bezahlen voraussichtlich ab diesem Jahr eine Ruinensteuer. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass die Wallonische Region eine finanzielle Beihilfe für den Abriss von Gebäuden gewährt. Nähere Auskünfte erteilt das Informationsbüro der Wallonischen Region in Eupen (Tel.087596520).

 

-      Das Gewerbegebiet auf Kaiserbaracke/Born kann laut einem Prinzipbeschluss der Wallonischen Region vom 21. Februar 2002 um 35 Hektar erweitert werden. Damit erhält die Gemeinde Amel in naher Zukunft weitere, dringend benötigte Ansiedlungsflächen für Unternehmen.

 

-      Bei der letzten kommunalen Säuberungsaktion im April 2002 wurde wiederum viel Müll innerhalb und außerhalb der Ortschaften gefunden und entsorgt. Hiermit bitten wir nochmals, Müll nicht einfach so im Straßengraben zu schmeißen – weder in unserer Gemeinde noch anderswo.

 

-      Die Landwirte, die ihre Angaben zur Vieh- und Gartenbauzählung noch nicht der Gemeinde übermittelt haben, werden gebeten, dies umgehend nachzuholen.

 

-      Entlang der Hauptstraße zwischen Heppenbach und Wereth werden zur Zeit die oberirdischen Hochspannungsleitungen unterirdisch verlegt.

 

-      Unter www.amel.be finden Sie im Internet Wissenswertes über die Gemeinde AMEL (Allgemeines, Gemeinderats-beschlüsse, Prämien, Steuern und Gebühren, usw.). Administrative Vorgänge (Formulare beantragen und ausfüllen) können ebenfalls über Internet abgewickelt werden.

 

-      Der Bürgermeister und die Schöffen sind unter folgenden Telefonnummern zu erreichen :

Klaus SCHUMACHER       :   080/349715

Guido PAUELS                   :   080/340445

Eric WIESEMES                 : 0495/607391

Karl-Heinz MARQUET       :   080/341084

 

 

Deidenberger Verkehrsverein packte an

 

Die Mitglieder des Verkehrsvereins Deidenberg sind zur Zeit dabei, den Ortskern durch eine Freizeitanlage aufzuwerten (mit oberirdischem Wasserlauf, Bepflanzungen, Ruhebänke und Infotafeln für Touristen). Diese lobenswerte Initiative geht ganz zu Lasten des Verkehrsvereins – die Gemeinde wird indes in unmittelbarer Nähe mehrere Parkplätze anlegen.

 

In Kürze wird ebenfalls das historisch wertvolle Steinkreuz (Kreuz „Grawet“) im Ommerscheider Wald erneuert. Diese Arbeiten verrichtet die Gemeinde Amel in Zusammenarbeit mit der König-Baudouin-Stiftung und dem Werbe- und Kulturausschuss Amel-Eibertingen-Valender.