Allgemeines

CHANCEN für die Dörfer der belgischen Eifel
 

Die Zukunft liegt im ländlichen Raum Carlo Lejeune

100 Dörfer - 1 Zukunft

 

Die Broschüre „Die Zukunft im ländlichen Raum“ von Dr. C. LEJEUNE ist bei der Gemeindeverwaltung AMEL erhältlich.

  Gemeinsam aktiv für den ländlichen Raum

Unter diesem Motto soll in Zukunft die ländliche Entwicklung in der belgischen Eifel vorangetrieben werden.

Deshalb haben die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und die Fondation rurale de Wallonie (FRW) 2002 eine Plattform gegründet, um weitere Akteure in der ländlichen Entwicklung zur Zusammenarbeit einzuladen, die Aktivitäten untereinander abzustimmen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Bürgerbeteiligung steht bei allen Aktivitäten im Vordergrund.

Diese Bestandsaufnahme im Auftrag von Minister Hans Niessen möchte diese Bemühungen unterstützen. Sie soll den Bürger und den politischen Entscheidungsträgern nicht nur Mut machen und Anregungen für weitere Aktivitäten liefern, sondern auch eine regionale und überregionale Sichtweise der ländlichen Entwicklung fördern und erleichtern. 

Ländliche Entwicklung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

(Verfasst  von Frau Anne-Marie VEITHEN, Mitarbeiterin bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgien)

Was versteht man unter dem Begriff "Ländliche Entwicklung"? Wie anderswo auch verändert sich der ländliche Raum in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Diese Veränderungen hängen mit komplexen Entwicklungen und Problemen zusammen, die weit über den Rahmen der Deutschsprachigen Gemeinschaft hinausgehen, wie z.B. die Umstrukturierung in der Landwirtschaft, die Globalisierung oder die gestiegene Mobilität. Auf europäischer Ebene sind ebenfalls neue Initiativen für den ländlichen Raum ins Leben gerufen worden: 5b-Zielgebiete, verschiedene Leaderprogramme, Agenda2000 usw., wo nicht nur die Landwirtschaft gefördert wird, sondern auch Innovation und die direkte Beteiligung der Akteure. Viele Regionen Europas haben aber auch eigene Maßnahmen für den ländlichen Raum ergriffen. So wird in der Wallonie die ländliche Entwicklung seit 1991 wie folgt definiert: "Eine Aktion der ländlichen Entwicklung besteht aus einer Reihe aufeinander abgestimmter Entwicklungs-, Gestaltungs- und Umgestaltungsmaßnahmen, die eine Gemeinde im ländlichen Raum unternimmt, um diesen unter Beachtung seiner Eigentümlichkeiten so neu zu beleben und wiederherzustellen, dass dadurch die Lebensbedingungen seiner Einwohner in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht verbessert werden." Dabei wird großen Wert auf die Beteiligung der Bevölkerung gelegt. Diese Aktion wird in einem sogenannten "kommunalen Programm der ländlichen Entwicklung" dargestellt. Ziel und Auftrag der gesamten Projekte der ländlichen Entwicklung ist es also, den ländlichen Raum, mit all seinen Komponenten (Arbeits-, Wirtschafts- und Lebensraum) nachhaltig zu stärken. Dies geschieht unter anderem anhand der Erstellung von Leitbildern für den ländlichen Raum.

Welche Projekte laufen zur Zeit in der Deutschsprachigen Gemeinschaft? In der Deutschsprachigen Gemeinschaft laufen mehrere Projekte, die man unter dem generellen Begriff ländlichen Entwicklung zusammenfassen kann. lm Norden der DG ist das kommunale Programm der ländlichen Entwicklung in Lontzen erstellt worden. lm Süden der DG ist die Situation etwas anders ausgelegt. Unter dem gemeinsamen Motto "100 Dörfer - 1 Zukunft. Gemeinsam aktiv für den ländlichen Raum" laufen dort gleichzeitig mehrere Projekte an:

·                    Die Gemeinden Burg-Reuland und Amel sind damit beschäftigt, ihr Programm der ländlichen Entwicklung zu erarbeiten.

·                    Das Dorfleben ist von Dr. C. Lejeune auf Basis einer Umfrage analysiert worden, deren Resultate in einer Broschüre "Die Zukunft liegt im ländlichen Raum" zusammengefasst werden.

·                    Die 5 Gemeinden sind LEADER+-Fördergebiet mit dem Thema "Inwertsetzung der lokalen Produkte". lm Rahmen dieses Programms soll auch ein Entwicklungskonzept erstellt werden.

·                    Verschiedene, vom Naturpark Hohes Venn Eifel initiierte Projekte (Life, Interreg 111) fördern die nachhaltige Entwicklung des Naturerbes (Tälerprojekt usw.).

Es gibt also in der DG eine ganze Reihe von Aktionen für den ländlichen Raum.

Ein besonderes Projekt ist die Erstellung eines kommunalen Programms der ländlichen Entwicklung.

Dieses Programm teilt sich in fünf Schritte auf, die wie folgt zusammengefasst werden können:

Phase 1:

Sozio-wirtschaftliche Analyse der Gemeinde. Es handelt sich hierbei um eine Bestandsaufnahme aller sozio-wirtschaftlichen Eigenschaften der Gemeinde (Ist-Situation).

Phase Il:

In Zusammenarbeit mit der Bevölkerung werden für die unterschiedlichsten Bereiche (Umwelt, Wirtschaft, Landwirtschaft usw.) Projektvorschläge ausgearbeitet.

Phase Ill:

Für die seitens der örtlichen Kommission zur ländlichen Entwicklung berücksichtigten Projektvorschläge werden sogenannte "Fiches-projets" ausgearbeitet.

Phase IV:

Erstellung des Programms für die ländliche Entwicklung.

Phase V:

Verteidigung des Programms.

Welche Rolle spielt die WFG?

Die Aufgaben der WFG können verschiedener Art sein: Begleitung der Gemeinde als Koordinator, Einsetzung der WFG als Projektautor usw. Die intensive Zusammenarbeit mit der ländlichen Stiftung der Wallonie, Begleitorganisation der Gemeinden, ist Teil des Projektes.